Der GURU GRANTH SAHIB (GGS), verfasst in der von den Begründern entwickelten Schriftsprache Gurmukhi. Er ist die Quelle spiritueller, ethischer und sozialer Inspiration für Sikhs. Das 1708 fertig gestellte Werk enthält zeitlose Weisheiten, die einer ganzheitlichen Lebensweise dienen. Die Verse besingen die Einheit und Schönheit der Schöpfung und messen einem Leben der Hingabe und Frömmigkeit hohe Bedeutung bei. Die Überwindung von oberflächlichen Glaubensvorstellungen und Egoismus durch die Verinnerlichung spiritueller Weisheiten sowie das Führen eines tugendhaften Lebens sind Grundwerte des Sikh-Seins.
Sikhi ist eine verhältnismäßig junge Religion. Der Begründer Guru Nanak wurde 1469 in Talwandi geboren (im heutigen pakistanischen Teil des Panjab). Seine Vision wurde von neun nachfolgenden Meistern (Guru) fortgeführt:
Die Sikh-Religion ist eine anerkannte Weltreligion. Über 20 Millionen Menschen weltweit fühlen sich ihr zugehörig. Nach dem Christentum, Islam, Hinduismus und dem Buddhismus, zählt sie zur fünft größten organisierten Religion der Welt. Die Mehrheit der Sikhs ist in Nord-Indien beheimatet. In Großbritannien, Nordamerika und Australien leben insgesamt weit über zwei Millionen Sikhs; in Deutschland etwa zehntausend.
Der Sikhismus zeichnet sich durch eine ganzheitliche Lebensführung mit Gottbewusstsein aus. Er speist sich aus Einsichten des Guru Granth Sahib (GGS), der zeitlose Weisheiten (Satgur) für eine tugendhafte Lebensführung enthält. Der GGS richten sich an alle Menschen ungeachtet von Geschlecht, Alter, religiöser Haltung, sozialer Herkunft oder geschlechtlicher Orientierung. Das Werk beinhaltet Verse der Begründer sowie Heiliger (Bhagat) verschiedenster Herkunft.
Sikhi ist ein unabhängiger, einzigartiger Lebensweg; es handelt sich weder um eine religiöse Abspaltung noch um einen Synkretismus bestehender religiöser Traditionen. Sikhi verkörpert eine einheitsstiftende Lebensauffassung die auf lebenslange spirituelle Entwicklung beruht. Dogmen, Ritualtum, Esoterik und Aberglauben sind dem ursprünglichen Wesen dieser Lebensführung fremd.
Sikhs tragen als Ausdruck von Gleichberechtigung gemeinsame Nachnamen. Sikh-Frauen tragen den Nachnamen Kaur (Prinzessin) und Männer Singh (Löwe).
Sikhs respektieren den Willen (hukam) der Schöpfung, der sich in den Naturgesetzen manifestiert. Als Ausdruck dessen bewahren Sikhs traditionell ihr Haar ungeschnitten. Männer, die ihr Haar bedecken, tragen einen Turban, Frauen ein dünnes Kopftuch oder in einigen wenigen Fällen einen Turban. Der Turban (Dastar), Ausdruck eines würdevollen und emanzipierten Lebens, wird nicht aufgesetzt, sondern für gewöhnlich jeden Tag neu gebunden. Der Akt des Bindens zeichnet den Turban aus.
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Update: 02/2012 | Visitors: 643 270
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Von der Frau wird man geboren, in der Frau wächst man heran, mit einer Frau verlobt und vermählt man sich. Von der Frau erfahren wir Freundschaft, durch die Frau setzt sich der Gang der Welt fort. ... Wie kann man sie als minderwertig bezeichnen, wo sie doch Königen das Leben schenkt? Aus einer Frau entsteht eine Frau, niemand wäre ohne die Frau. Nanak sagt, ganz ohne Frau existiert nur die eine Schöpferin. Guru Nanak (GGS, S. 473, M. 1)
Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden, ist das eine große Wagnis, und lässt sich nie und nimmer sichern. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg. Sicherheiten suchen heißt sich selber schützen wollen. Friede heißt sich gänzlich ausliefern dem Gebot Gottes, keine Sicherung wollen, sondern in Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen. Dietrich Bonhoeffer, 1951 “Widerstand und Ergebung”
Aus Lügen, die wir glauben, werden Wahrheiten, mit denen wir leben. Oliver Hassencamp
Gesellschaftlicher Fortschritt ist nur über Minderheiten möglich, Mehrheiten zementieren das Bestehende. Bertrand Russel; Nobelpreisträger
Die meisten Menschen können zwar vergeben, legen aber Wert darauf, dass die Vergebung nicht vergessen wird.
Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Theodor W. Adorno; Philosoph, Soziologe, Musiktheoretiker und Komponist
Ich höre und ich vergesse. Ich sehe und ich erinnere. Ich mache und ich verstehe. Lao Tse, 604-531 v. Chr.
Nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat liegt die Freiheit. Dietrich Bonhoeffer
Wer wenig bedarf, der kommt nicht in die Lage, auf vieles verzichten zu müssen. Plutarch
Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu entscheiden (vielleicht die eindrücklichste Erklärung was Hukam ist).
Lernen ohne zu denken, ist verlorene Müh. Denken, ohne etwas gelernt zu haben, ist gefährlich. Konfuzius
Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen. Franz Werfel
Wollte man warten, bis man etwas so gut könnte, dass niemand etwas daran auszusetzen fände, brächte man nie etwas zuwege.
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