Sikhi für Kinder!
Diskussionsforum!
Sikhi Blog!
www.panjabradio.co.uk | PanjabRadio London | Sky Digital Channel 880 (UK &  Europe),  D.A.B.  Radio  (Greater  London and West Yorkshire), Satellite Thaicom.3  (Africa,  Australia,  UAE, Asia) DD DTH and Dish TV (India)
Kirtan live, Darbar Sahib in Amritsar. Die live Übertragung ist nicht immer verfügbar!
Nachrichten | News in Panjabi
Übersetzung | Translation Panjabi - English
Hukamnama  online | Guru Granth Sahib
Zurück | Back

DIE SIKH RAHIT MARYADA - VERHALTENSKODEX

Von Seiten der S.G.P.C., dem Komitee, welches die historischen Gurdwara verwaltet, wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts Anstrengungen unternommen, einen einheitlichen Kodex für die Sikh-Gemeinschaft und die Gurdwara zu schaffen. Dies wurde für notwendig erachtet, da Sikhs durch die Briten und auch radikale Hindu-Bewegungen wie der Arya Samaj ihre religiöse Identität gefährdet sahen. Zudem wurde seit dem Hinscheiden des letzten Guru Gobind Singh eine deutliche Entfremdung von den Einsichten der Begründer wahrgenommen. Vor allem in Zeiten, in denen Sikhs überwiegend damit beschäftigt waren, ihr Überleben als Minderheit zu sichern, fand die Gemeinschaft kaum die Möglichkeit, sich mit religiösen Fragestellungen zu beschäftigen. Zahlreiche Gelehrte, darunter auch Kahn Singh aus Nabha, wurden für die Erstellung des Kodexes gewonnen.

Zielsetzung und Umsetzung des Kodexes
Sinn und Zweck des Kodexes war es, allen Sikhs auf der Welt eine gemeinsame Basis für die Religionsausübung an die Hand zu geben. Hierdurch sollte insbesondere sicher gestellt werden, dass die Gurdwara religiöse Mindeststandards erfüllen und nicht im Alleingang
Praktiken etablieren, die im Gegensatz zu den Einsichten der Gurus stehen. Am 15. März 1927 beauftragte die S.G.P.C. eine 28-köpfige Kommission mit der Ausarbeitung der Inhalte. Nach zahlreichen inhaltlichen Überarbeitungen und inhaltlichen Disputen wurde am 3. Februar 1945 die Endversion – die Sikh Rahit Maryada (SRM) – durch die S.G.P.C. vorgelegt. Der Verhaltenskodex gilt seither als bindend für die Sikh-Gemeinschaft. Der Kodex beschreibt, welche Gebote für Sikhs gelten. Er gibt Rahmenbedingungen für das private (Sakhschi Raihni) und das gemeinschaftliche (Pathak Raihni) Leben von Sikhs vor. Dabei wird insbesondere auf die Religionspraxis Wert gelegt. Unter anderem werden die Themen Rezitation, Gurdwara, Geburt, Taufe, Heirat, Tod und Gemeinschaftsentscheide behandelt.

— — —

SIKH RAHIT MARYADA

Eine unendliche Einheit. Erfahrbar durch die Gnade der universellen Weisheit ||

Ein vorbildlicher Sikh ist - Sikh di tarif
“Jede Frau, jeder Mann der/die auf den Einen Schöpfer und die zehn Gurus (Guru Nanak – Guru Gobind Singh), sowie den Inhalten des Guru Granth Sahib (GGS), den Versen der Gurus, ihren Einsichten und der Taufe des zehnten Gurus vertraut und an keine andere Religion praktiziert.”

Lebensweise des Einzelnen - Sakhschi Raihni
1.
Der Absatz erläutert die Rezitationspraxis. ...
2. Die Abschnitt beschreibt die Verse, die ein Sikh
regelmäßig rezitieren sollte. ...
3. Das komplette
Abschlussgebet wird angeführt. ...

4. Rezitationspraxis in der Gemeinde.

Gurdwara
Die religiöse Gemeinschaft ist sehr wichtig. Daher sollte ein Sikh diese Gemeinschaft so oft es geht aufsuchen.

Der GGS ist mit angemessenem Respekt zu behandeln und in saubere Tücher zu wickeln. Nur solange die Rezitationen andauern, sollte der GGS aufbewahrt werden. Danach ist der in einem separaten Raum zu bringen (Sukh Assan).

Der GGS ist mit Respekt zu behandeln und zu rezitieren. Der Ort sollte rein gehalten werden. Der GGS sollte auf einem erhöhten Podest platziert werden. Über dem GGS ist eine Tschandani anzubringen (ein Stofftuch an der Decke) und der GGS in ein Tuch zu hüllen. Während der GGS offen ist, sollte der Ehrenwedel (Chaur Sahib) geschwungen werden.

Abgesehen von den benannten Vorkehrungen ist die Schmückung mit Kerzen, die Verwendung von Glocken und Bhog Launa (vermeintliche Segnung) unangemessen. Blumen und Räucherstäbchen können verwendet werden, um dem Raum einen angenehmen Duft zu verleihen. Ebenso können Kerzen, Öllampen oder Lichter zur Aufhellung des Raumes verwendet werden.

Kein anderes Werk (oder ein Mensch) darf auf Höhe des GGS sitzen. Götzenanbetung und andere Rituale, die nicht im Einklang mit den Einsichten des GGS stehen, sowie die Feier von Festtagen, die keinen direkten Bezug zur Sikhi haben, sind nicht angemessen.

Das Podest, auf dem der GGS aufbewahrt wird, darf nicht (als Körper angesehen und) “massiert” werden. Ebenso ist das Reiben der Nase als Zeichen der Ehrerbietung sowie die Lagerung von Wasser neben dem GGS (welches dann angeblich heilig wird) unstattlich. Es ist nicht erlaubt, im Gurdwara Götzen aufzustellen oder sich vor Bildern der Gurus oder anderer älterer Sikhs zu verbeugen.

Wenn der GGS zu einem anderen Platz gebracht wird (bspw. nach Beendigung der Zusammenkunft oder bei einem Umzug), sollte das Abschlussgebet gesprochen werden. Der GGS darf nur von einem barfüßigen Sikh getragen werden. Ist es jedoch notwendig, Schuhe anzuziehen, so sollte hier kein Aberglauben walten (und Schuhe angezogen werden).

Nach der Beendigung der Zusammenkunft ist das Abschlussgebet zu sprechen und Waak einzuholen (zufällige Auswahl eines Verses, der als Inspiration für den Alltag dient).

Wenn der GGS getragen wird, sollte jeder Sikhs aufstehen und seinen Respekt erweisen.

Vor dem Betreten des Gurdwara sind die Schuhe auszuziehen. Hände und Füße sind möglichst mit Wasser zu waschen. Der GGS ist so zu umrunden, dass er immer rechts von einem ist.

Jeder Mensch, ungeachtet der Herkunft, darf den Gurdwara besuchen. Es ist nur darauf zu achten, dass nichts unangemessenes wie Tabak mitgeführt mit.

Zuerst verbeugt man sich vor dem GGS, dann begrüßt man (im Geiste) die Gemeinde mit “Waheguru ji ka Khalsa - Waheguru ji ki fateh”. Dies bedeutet: “Der Khalsa entstammt dem Schöpfer (seiner unermesslichen Weisheit) - Möge der Khalsa glorreich sein”.

Jeder Mensch ungeachtet seiner Herkunft oder sozialen Stellung darf sich zur Gemeinde einreihen.

Es dürfen in der Anwesenheit des GGS keine Hilfsmittel wie Stühle oder Betten zum Hinsetzen verwendet werden.

Die Haare sind in Anwesenheit der Gemeinde oder des GGS zu bedecken. Frauen dürfen nicht verschleiert sein.

Die fünf historisch bedeutsamen Gurdwara sind:

Siri Akal Takhat Sahib, Amritsar
Takhat Siri Patna Sahib
Takhat Siri Kesgarh Sahib, Anadpur Sahib
Takhat Siri Hazoor Sahib, Nander
Takhat Siri  Damdama Sahib, Talwandi Sabho

Diese Takhat (Throne) dürfen nur von getauften Sikhs besucht werden.

Jeder Gurdwara ist mit einer deutlich sichtbaren Fahne (Nishan Sahib), die in angemessener Höhe angebracht wird, auszustatten. Auf der Spitze ist ein Khanda aus Eisen anzubringen.

Im Gurdwara ist ein Nagaraa (große Trommel) aufzubewahren und dieser sollte von Zeit zu Zeit verwendet werden.

Kirtan
Nur ein Sikh darf Kirtan rezitieren.

Kirtan bedeutet, Gurbani gemäß den Raag zu singen.

Kirtan und Erläuterungen sind nur aus dem GGS, von Bhai Gurdas oder von Bhai Nand Lal erlaubt.

Es ist nicht erlaubt, andere Verse zu verwenden oder hineinzumischen.

Einholen der Inspiration - Hukam lainna
Ein “Treffen” mit dem GGS bedeutet, Respekt zu zollen und den Inhalten zu lauschen. Zu Begin einer Lesung ist immer Waak einzuholen.

Zu einer Zeit darf nur eine Sache durchgeführt werden; entweder Kirtan, Verserläuterungen oder Rezitationen.

Während der Zusammenkunft darf nur ein Sikh (Männer oder Frauen) hinter dem GGS Platz nehmen.

Nur ein Sikh darf in der Gemeinschaft rezitieren. Für sich selbst kann jeder rezitieren.

Beim Hukam wird eine Seite zufällig aufgeschlagen. Der erste Vers auf der linken Seite wird rezitiert. Befindet sich der Anfang auf der vorherigen Seite, so ist von dort zu beginnen. Bei einem Salok oder einer Paurri ist der ganze Abschnitt zu rezitieren. Bei einem Vers ist nach dem Satz, der mit “Nanak sagt” beginnt, zu enden.

Nach der Zusammenkunft wird das Abschlussgebet gesprochen und dann der letzte Hukam einzuholen.

Gewöhnliche Rezitationen - Sadhaaran paath
Jeder Sikh sollte möglichst bei sich zu Hause in einem separaten Raum den GGS aufbewahren.

Jeder Sikh, auch Kinder, sollten die Gurmukhi-Schrift beherrschen und in der Lage sein, aus dem GGS zu rezitieren.

Vor der Einnahme der Süßspeise sollte ein Sikh den Hukam des GGS einholen. Wenn dies nicht geht, kann man dies auch im Verlaufe des Tages tun. Ist man bspw. durch Reisen verhindert, sollte man hier keinen Aberglauben walten lassen und dies akzeptieren.

Es wäre wünschenswert, wenn jeder Sikh selbst eine Lesung des GGS hält und diese nach einem oder zwei Monaten abschließt.

Vor Beginn der Lesung ist Anand Sahib (sechs Paurrian) zu rezitieren; nach der Lesung Ardas, dann Hukam. Danach kann mit dem Jap Ji begonnen werden.

Durchgängige Rezitationen - Akhand Paath
Die durchgängige Lesung wird bei besonderen Anlässen oder Herausforderungen gehalten. Die Lesung dauert in der Regel etwa 48 Stunden. Die Aussprache sollte dabei korrekt sein; die Rezitation ist in Ruhe ohne Hast durchzuführen. Wenn mehr Zeit benötigt wird, sollte man sich diese nehmen.

Die Familie, die eine Lesung abhalten möchte, sollte zusammen kommen und jeweils ein Mitglied selbst rezitieren. Wenn man nicht selbst dazu in der Lage ist, kann ein erfahrener Rezitierer die Lesung übernehmen. Dabei darf es aber nicht sein, dass der Rezitierende alleine ist und keiner der Familienmitglieder zuhört. Der Rezitierer sollte angemessenes Essen und Kleider erhalten.

Gewöhnliche und Durchgängige Rezitationen
Wiederholung der Rezitationspraxis. ...

Abschluss - Phog
Das Abschlussgebet und die Gebetspraxis zum Ausklang werden in zwei Abschnitten erläutert. ...

Süßspeise - Karrah Parschad
In vier Abschnitten wird erklärt, wie die
Speise zubereitet und im Gurdwara verteilt wird. ...

5. Erläuterung von Versen - Gurbani di katha
In der Geimeinde darf nur ein Sikh Erläuterungen anbringen.

Es dürfen nur Erläuterungen der Verse der zehn Gurus, von Bhai Gurdas und von Bhai Nand Lal, sowie aus Werken und Geschichtsbüchern angebracht werden, die von der Gemeinschaft anerkannt sind. Lediglich zur Illustration von Punkten kann Bezug zu anderen Werken genommen werden.

Es darf nichts erläutert werden, was nicht im Einklang mit den Einsichten des GGS steht.

Im Gurdwara ist folgender Ablauf zu wählen: Platzierung des GGS, Kirtan, Erläuterungen, Anand Sahib, Ardas, Fateh, Ruf Sat Sri Akal und Hukam.

 

2. Teil

Lebensweise gemäß dem GGS - Gurmat die raihni
Alleiniges Vertrauen in den einen Schöpfer.

Seelische Inspiration durch die zehn Gurus, den GGS und die Verse der Gurus.

Die Anerkennung der Einheit der Einsichten der zehn Gurus.

Ablehnung folgender Praktiken: Kastensystem, Aberglauben, Horoskope ... und anderer Rituale sowie Gebetsperlenketten. Auf andere religiöse Werke oder Personen wie Brahmanen darf nur zu Studienzwecken zurückgegriffen werden - nicht aber aus religiösen Gründen. ...

Der Khalsa ist eine einzigartige Lebensweise - gleichwohl ist er bestrebt, die Gefühle von Angehörigen anderer Religionen nicht zu verletzen.

Vor jeder Herausforderung ist Ardas zu sprechen.

Das Erlernen von Gurmukhi ist wichtig. Darüber hinaus ist auch die allgemeine Bildung wichtig.

Es ist die Pflicht eines Sikhs, die Nachkommen über Sikhi zu unterrichten.

Die Haare der Kinder sind zu bewahren. Der Name lautet Singh.

Sikhs haben Drogen, Alkohol, Tabak und andere abhängig machende Stoffe zu meiden. Die Nahrung sollte schlicht (natürlich) sein.

Das Durchstechen der Ohren oder der Nase ist für Männer und Frauen nicht erlaubt.

Ein Sikh hat die Gesellschaft von Kindesmördern - insbesondere von neugeborenen Mädchen - zu meiden.

Ein Sikh sollte sich um eine religiöse Lebensweise bemühen.

Ein Sikh sollte Bedürftige als des Gurus Schützlinge erachten und den Verdienst mit ihnen teilen.

Diebstahl und Glückspiel sind zu meiden.

Frauen, Mütter und Töchter anderer sind wie die eigenen Familienangehörigen anzusehen.

Von Geburt bis zum Tode ist die Lebensweise eines Sikhs zu pflegen.

Sikh-Männer und Frauen begrüßen sich mit “Waheguru ji ka Khalsa - Waheguru ji ki fateh”.

Sikh-Frauen dürfen sich nicht verschleiern.

Abgesehen von einer Short und einem Turban gibt es keine Kleidungsgebote. Eine Frau kann einen Turban tragen, wenn sie möchte.

1. Geburt und Namensgebung - Janam te nam sanskaar
Der Absatz erläutert in drei Abschnitten die
Zeremonie zur Namensgebung.

2. Heirat - Anand sanskaar
Bei einer Heirat unter Sikhs sollte die vermeintliche Kastenzugehörigkeit - Jaat und Ghot - keine Rolle spielen.

Eine Sikh-Frau sollte einen Sikh-Mann heiraten.

Ein Sikh sollte gemäß der Sikh-Tradition heiraten.

Eine Heirat im Kindesalter ist nicht angemessen.

Erst wenn eine Frau körperlich und geistig reif genug ist, kann eine Heirat angedacht werden.

...

Der Tag der Heirat kann frei zwischen den Familien gewählt werden. Vermeintlich besonders günstige Tage für die Heirat (gemäß Horoskopen) haben für einen Sikh keine Bedeutung.

Gängige Rituale und Alkohol sind während den Feiern zu meiden.

...

Die Heiratszeremonie ist eine Verbindung von zwei Seelen. ...

Nur Sikhs können nach der Sikh-Tradition heiraten.

Eine Heirat darf nicht aus finanziellen Gründen eingegangen werden.

...

Ein Witwer oder eine Witwe kann wieder heiraten.

Auch hier sollte nach der Sikh-Tradition geheiratet werden.

Unter gewöhnlichen Umständen darf nur eine Frau geheiratet werden.

Ein getaufter Sikh sollte seine Frau dazu motivieren, sich ebenfalls taufen zu lassen.

3. Tod - Mirtak Sanskaar
Der Umgang mit dem
Tod wird in sieben Abschnitten beschrieben. Es wird betont, den Tod als natürlich anzunehmen und die üblichen Rituale zu vermeiden. ...

4. Andere Zeremonien - Hor ritia
Ein Sikh sollte zu jedem wichtigen Anlass den Schöpfer um Beistand bitten.

 

3. Teil

Wohltätiger Dienst - Sewa
Hier wird in zwei Abschnitten die Bedeutung wohltätiger Dienste wie beim Langar herausgestrichen. ...

Lebensweise der Gemeinschaft - Pathak Raihni

1. Gemeinschaft des Guru - Guru Panth
Die Gemeinschaft vorbildlicher Sikhs ist für das Wohl der gesamten Sikh-Gemeinschaft verantwortlich. ...

2. Taufe - Amrit Sanskaar
Die
Taufzeremonie für Erwachsene und deren Sinn werden in 20 Abschnitten beschrieben. ...

3. Dienst wegen Verfehlungen - Tankhah launn di widhi
Wenn ein Sikh eine Verfehlung begeht, hat er diese persönlich bei der lokalen Gemeinde vorzutragen.

Fünf vorbildliche Sikhs beraten über die Verfehlung und wählen eine Aufgabe zur Wiedergutmachung für die Person.

Die Aufgabe sollte angemessen sein. Gleichzeitig sollte die vorstellig gewordene Person die Aufgabe annehmen. Die Aufgabe kann ein gemeinnütziger Dienst sein - der möglichst mit den Händen zu verrichten ist.

Das Abschlussgebet wird gesprochen.

4. Gemeinschaftsentscheid des Guru - Gurmatta karan di widhi
Ein Entscheid des Gurus kann nur über Belange erfolgen, die im direkten Zusammenhang mit der Lebensweise eines Sikhs in Verbindung stehen. Er hat einen klärenden Charakter. Der Entscheid des Gurus dient insbesondere dazu, die Grundeinsichten, die Gurus, den GGS, die Taufe, den Kodex sowie den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu stützen. Bezüglich allgemein religiöser, bildungsrelevanter, gesellschaftlicher oder politischer Belange kann nur ein einfacher Entscheid getroffen werden.

Ein Entscheid des Gurus kann nur von ausgewählten Repräsentanten der Gemeinschaft oder durch eine Versammlung der Gemeinschaft der Sikhs getroffen werden.

5. Einspruch gegen Beschlüsse - Sathanak faislean di apil
Einsprüche können beim Akal Thakat eingereicht werden.

[Anmerkung: Wiederholungen bzw. Erläuterungen, die sich auf sehr spezifische Gegebenheiten und Rituale des Panjab beziehen, wurden nicht übersetzt und sind mit ... gekennzeichnet.]

— — —

Einschätzung aus heutiger Sicht
Der Kodex ist ein wichtiger Schritt in der Vergemeinschaftung bis dahin vor allem mündlich überlieferter Traditionen der Sikhs. Er ist hilfreich, um durch eine Einheitlichkeit das Gemeinschaftsgefühl weltweit zu stärken und Diskussionen über die Religionspraxis im Alltag und in den Gurdwara zu verringern. Gleichwohl bleiben viele Fragen offen bzw. bleibt der Kodex an verschiedenen Stellen unklar. Es zeigt sich hier, dass der Kodex einen Kompromiss unterschiedlicher Strömungen des 19. Jahrhunderts darstellt. Dadurch wurden teilweise auch Inhalte aufgenommen, die aus Sicht der Begründer zu hinterfragen sind.

Die Aufteilung nach den Themen ist nicht immer nachvollziehbar und uneinheitlich. Es finden sich viele Wiederholungen, die den Kodex unnötig komplex machen. Es wird nicht näher erläutert, ob all diese Gebote für jeden Sikh oder nur für einen Khalsa, also einen getauften Sikh, gelten. Zu bemängeln ist auch, dass der Kodex zu sehr auf die Gegebenheiten des Panjab aus dem 19. Jahrhundert abzielt. Einige Gebote erscheinen aus heutiger Sicht überholt. Teilweise sind die Ausführungen nur verständlich, wenn man den Kontext des Panjab (von damals) kennt. Es wird dadurch vernachlässigt, dass die Weisheiten der Begründer universellen Charakter haben und nicht auf ortsabhängige oder strikte Regeln beruhen.

Insgesamt kann festgestelllt werden, dass der Kodex zum Teil problematische Gebote aufstellt. Bspw. ist der Passus zu dem Verbot von Stühlen im Gurdwara gegenüber alten Menschen und Personen mit einer körperlichen Behinderung diskriminierend. Auch leuchtet nicht ein, warum nur erwähnt wird, dass der Mann die Frau zur Taufe motivieren soll. In der Praxis ist zum Teil das Gegenteil der Fall - die Frau versucht den Mann zu überzeugen, sich taufen zu lassen. Hintergrund dieser männerlastigen Inhalte ist, dass der Kodex unverständlicherweise nur von Männern ausgearbeitet wurde.

Es ist geboten, den Kodex gemeinschaftlich durch weibliche und männliche Gelehrte bzw. vorbildliche Sikhs gemäß den Einsichten des GGS und unter Berücksichtigung aktueller Realitäten und Herausforderungen zu überarbeiten. Einige Sikhs haben bereits Vorschläge unterbreitet, wie bspw. das IUS in Kanada.

Aus Sicht der Sikh-Gemeinschaft müssten stärkere Anstrengungen unternommen werden, die Ideale der SRM konsequenter in die Tat umzusetzen. Und zwar zu aller erst in den populären Gurdwara, wie bspw. dem Darbar Sahib in Amritsar. Denn die Realität in vielen Gurdwara macht deutlich, dass die Inhalte der SRM bei den Verantwortlichen entweder nicht bekannt sind oder wenig Interesse daran besteht, diese zu respektieren.

 

Englische Version: http://www.sgpc.net/sikhism/sikh-dharma-manual.asp
Panjabi Version:
http://www.sgpc.net/sikhism/punjabi/sikh-dharma-manual.asp

 

[home] [artikel] [bilder] [blickpunkt] [download] [english] [faq] [feiertage] [gaestebuch] [glossar] [gurdwara-adressen] [kirtan] [links] [literatur] [news] [pinnwand] [portraits] [suche] [ueber-uns] [videos] [zeitleiste]

Es dürfen ohne Einverständnis des Sikh-Forum keine Inhalte vervielfältigt oder geändert werden. Eine Verlinkung zum Sikh-Forum durch Dritte ist grundsätzlich möglich.
Das Sikh-Forum enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte es keinen Einfluss hat. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich.

No part of this website may be reproduced or changed without prior permission of the Sikh-Forum. It is allowed for third parties to set up a link to the Sikh-Forum.
The website contains links to other websites which are not under the control of the Sikh-Forum. The Sikh-Forum is not responsible for the content of external websites.

© Sikh-Forum | www.sikh-religion.de | Kontakt
Informativ | Vielseitig | Zeitgemäß  — Informative | Versatile | Up-to-date