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Langar, freie Speisen für alle im Gurdwara ist ein fundamentaler Bestandteil der Sikh-Religion. Gegründet wurde diese Institution von Guru Nanak als Teil der Dharamshala. Es gab schon vor der Zeit Guru Nanaks freie Speisen, die von Sufis angeboten wurden. Allerdings entwickelte sich die Tradition dort nicht wie in der Sikh-Religion zu einer bedeutenden Institution. Jeder, der eine Gebetsstätte der Sikhs besucht, bekommt freie Speisen. Während das Essen zubereitet wird, beten die freiwilligen Helfer unaufhörlich. Durch diesen Akt werden die Speisen zum Guru ka Langar. Der Langar wird zumeist von freiwilligen Helfern vorbereitet. Langar stellt für Sikhs eine Möglichkeit des sozialen Dienstes (Seewa) am Nächsten dar. Dieser freiwillige Dienst soll den Geist von schlechten Gedanken reinigen, das Ichgefühl schwächen und Nächstenliebe stärken. Jeder, der etwas essen möchte, sollte sich mit bedeckten Haaren auf den Boden setzten. Der Hintergrund ist folgender: Da in Indien das Kastensystem zu Zeiten der Religionsgründung stark ausgeprägt war und es vorkam, dass vermeintlich ‘Höherkastige’ jeglichen Kontakt mit ‘Niederkastigen’ gemieden haben, wollten die Sikh-Gurus ein Zeichen dagegen setzen. Jeder, unabhängig von ‘Kaste’, Beruf, Herkunft, Geschlecht oder Besitz soll dieselbe Speise aus den selben Gefäßen erhalten. Gelehrte, Bettler, Börsenmakler, Ärzte, Kaufleute und Bauern sitzen auf der gleichen Ebene. Es ist eines von vielen Symbolen der Sikh-Religion gegen das Kastensystem und die hierarchische Aufteilung von Menschen. Die Gurus haben durch diese Institution die Integration vieler Menschen erreicht, auch die von Frauen. Die Vorläufer der heutigen Gurdwara, die Dharmshala, boten Frauen eine Möglichkeit, am öffentlichen Leben teilzunehmen.
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