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Aad Granth Sahib Die von Guru Arjan editierte Anthologie, die seine eigenen Verse, die seiner Vorgänger und der Bhagat (unter anderem Kabir, Namdev, Ravidas, Trilochan, Farid, Beni, Dhanna, Jaidev, Bhikhan, Parmanand, Sain, Pipa, Sadhana, Ramanand und Soordas) enthält. Das Werk wurde später unter der Leitung von Guru Gobind Singh, dem zehnten Guru der Sikhs, erweitert und wird seither Guru Granth Sahib genannt.
Akal Takhat Wörtlich, der “zeitlose Thron”. Der Akal Takhat wurde 1606 von Guru Hargobind, Bhai Gurdas und Bhai Buddha als Gegenpart zum Darbar Sahib errichtet. Er gilt seither als Symbol für die Einheit von weltlicher und religiöser Sphäre.
Akali Dal Die einflussreichste Regionalpartei der Sikhs im Panjab. Sie wird auch als Shiromani Akali Dal bezeichnet.
Khande di pahul Die Taufe nach dem Vorbild Guru Gobind Singhs.
Anand Karj Heiratszeremonie. Die hierbei verwendeten Verse wurden von Guru Ram Das komponiert.
Ardas Abschlussgebet, das die Rezitation(en) abschließt.
Bhaghat Nordindische Heilige unterschiedlichster sozialer Herkunft, die die Einheit der Schöpfung betonten. Ausgewählte Verse einiger Vertreter sind im GGS aufgenommen.
Bhai Gurdas Neffe des dritten Gurus, 1552 geboren. Er soll laut Tradition dem fünften Guru bei der Zusammenstellung des Aad Granth geholfen haben. Bhai Gurdas selbst schrieb zahlreiche Verse, die Vars.
Dasam Granth Sammlung mythologischer Schriften unterschiedlicher Autoren. Erst im letzten Jahrhundert wurden die Schriften zusammen getragen und mit “Dasam Granth” betitelt. Der Name ist irreführend; er bedeutet “das Werk des Zehnten (Guru)”. Verschiedene Analysen der Schriften zeigen, dass das Werk von unterschiedlichen Personen zu verschiedenen Zeiten geschrieben wurde. Allgemein werden einige wenige Teile dem 10. Guru, Guru Gobind Singh zugeschrieben. Unter Gelehrten bestehen allerdings überzeugende Zweifel über deren Authentizität. Nur ganz wenige Texte, wie Jaap, Akal Ustat, 33 Sweiye und Zafarnama gelten als mögliche Eigenkompositionen von Guru Gobind Singh, da zumindest deren Inhalte mit der Botschaft der vorangegangenen Gurus übereinstimmt. Die meisten Inhalte des stark umstritten Werkes stehen jedoch im Gegensatz zu den Einsichten des Guru Granth Sahib. Das Werk beinhaltet beispielsweise erotische und pornografische Texte.
Dastar Turban. Weitere gängige Bezeichnungen sind Pag und Pagrri.
Daswandh Praktischer Aspekt des wand tschakna, der Doktrin des Teilens. Sie beinhaltet eine soziale Abgabe, die ein Sikh für wohltätige Zwecke aufwenden sollte. Dies beinhaltet aber auch das Teilen der Zeit mit Anderen: zum Beispiel Krankenhausbesuche bei Menschen, die keine Angehörigen haben oder die Pflege hilfebedürftiger Nachbarn.
Dharmshala Vorläufer der heutigen Gurdwara. Ein Ort wo Menschen zusammen kommen, gemeinsam musizieren und göttliche Einsichten lernen.
Granthi Zumeist handelt es sich heutzutage hierbei um einen Angestellten, der im Gurdwara lebt und alle anfallenden Aufgaben wie Rezitationen durchführt. Zu Zeiten der Gurus gab es solche Angestellten nicht.
Gurbani Alle schriftlich festgehaltenen Verse, denen die Autorität der Guruschaft zugeschrieben wird, also der gesamte Inhalt des GGS.
Gurdwara Ort, an dem interessierte Menschen zusammen kommen, um vom Guru Granth Sahib zu lernen. Allgemein bekannt als Gebetsstätte der Sikhs, zumeist aber auch ein sozialer Treffpunkt. Sie steht jedem Menschen offen. Der ursprüngliche Begriff war Dharmshala. Der Begriff Tempel ist nicht angemessen.
Guriai Guruschaft.
Gurmatt Die Lehre der Sikh-Gurus.
Gurmatta Resolution, die von der repräsentativen Versammlung der Khalsa-Gemeinschaft (Sarbatt Khalsa) beschlossen wird.
Gurmukhi Schrift, wörtlich “aus dem Munde des Gurus”. Die Buchstaben des Gurmukhi haben ihren Ursprung wohl im Brahmi. Guru Angad, der zweite Guru, entwickelte daraus eine eigene Schrift und verwendete diese für die schriftliche Niederlegung der Gurbani. Der GGS ist in der Gurmukhi-Schrift verfasst. Gurmukhi ist neben dem Hindi die meist verbreitete Schrift im Panjab.
Gursikh Ein Sikh des Gurus. Bezeichnet zumeist einen vorbildlichen Sikh.
Guru Weisheit Gottes. Sikhs schreiben dem Guru Granth Sahib die Autorität eines Gurus zu. Guruschaft meint hier den Zeitraum, in dem zum Beispiel Guru Nanak die Gemeinschaft der Sikhs anführte.
01. Guru Nanak (1469-1539) Guruschaft: 1469-1539 02. Guru Angad (1504-1552) Guruschaft: 1539-1552 03. Guru Amar Das (1479-1574) Guruschaft: 1552-1574 04. Guru Ram Das (1534-1581) Guruschaft: 1574-1581 05. Guru Arjan (1563-1606) Guruschaft: 1581-1606 06. Guru Har Gobind (1595-1644) Guruschaft: 1606-1644 07. Guru Har Rai (1630-1661) Guruschaft: 1644-1661 08. Guru Har Krishan (1656-1664) Guruschaft: 1661-1664 09. Guru Tegh Bahadar (1621-1675) Guruschaft: 1664-1675 10. Guru Gobind Singh (1666-1708) Guruschaft: 1675-1708
Guru Granth Sahib (GGS) Erweiterte Anthologie des Aad Granth Sahib. Guru Gobind Singh fügte dem Aad Granth Sahib die Kompositionen von Guru Tegh Bahadar hinzu. Der Guru Granth Sahib, der keine Verse vom sechsten, siebten, achten und zehnten Guru enthält, ist der Guru der Sikhs.
Haumai Ichgefühl, dessen Entstehen dazu führt, dass die Gegenwart des Schöpfers nicht mehr wahrgenommen wird.
Hukam Göttlicher Wille der sich in den universellen Naturgesetzen manifestiert.
Janam-sakhis Schriftlich festgehaltene hagiographische Legendenerzählungen über das Leben des ersten Gurus.
Kakar (5 K’s) Die fünf äußeren Merkmale eines getauften Sikhs. Sikhs sprechen von Banna.
Kaur Prinzessin, Nachname für Sikh-Frauen.
Khalsa Gemeinschaft aller getauften Sikhs. Die Khalsa-Bruderschaft wurde 1699 von Guru Gobind Singh in Anandpur Sahib gegründet.
Khanda Doppelschneidiges Schwert.
Kirtan Singen von Gurbani in Begleitung von Instrumenten.
Kirt karni Der ehrliche Verdienst des Lebensunterhaltes.
Langar Freiküche, die zu jedem Gurdwara gehört. Hier wird Essen für die Besucher zubereitet. Jeder, unabhängig von Religion, ‘Kaste’ und Herkunft ist eingeladen, gemeinsam zu speisen.
Maya Anziehungskraft der materiellen Welt.
Miri-Piri Konzept der spirituellen und weltlichen Balance.
Naam Die Immanenz der göttlichen Tugenden in der Schöpfung.
Panj Piare Wörtlich die “Fünf Geliebten”. Die ersten fünf Männer, die 1699 von Guru Gobind Singh durch die Taufe als Mitglieder der Khalsa initiiert wurden. Die Männer, Angehörige unterschiedlichster sozialer Schichten, gingen als Panj Piare in die Geschichte der Sikh-Religion ein. Nach der Taufe behielten sie die von Guru Gobind Singh ausgewählten Namen: Bhai Daya Singh, Bhai Dharam Singh, Bhai Himmat Singh, Bhai Mohkam Singh und Bhai Sahib Singh. Ihre alten Nachnamen, die auf ihre vermeintliche ‘Kaste’ hinwiesen, wurden durch den gemeinsamen Namen “Singh” ersetzt. Wichtige Institutionen basieren auf dem Repräsentationssystem der “Fünf Geliebten”.
Panth Weg. Meint den Lebensweg als Sikh. Im Alltag wird das Wort jedoch auch für die Sikh-Gemeinschaft verwendet. Es bezeichnet demnach die Anhängerschaft einer bestimmten Lebensweise.
Parchar Alle Aktivitäten, die darauf abzielen, Inhalte der Sikhi zu unterrichten, auch Dharam parchar genannt. Kernbestandteil ist das Unterrichten der Sikhs über den GGS. Der Parcharak ist ein Sikh-Gelehrter, der diese Aufgabe ausübt. Parchar bedeutet nicht missionieren. Missionieren und Sikhi widersprechen sich.
Qaum Wort persischen Ursprungs. Es bezeichnet institutionalisierte, abgrenzbare Gemeinschaften und impliziert zumeist eine politische Konnotation.
Ragi Sänger, die Gurbani mit instrumentaler Begleitung rezitieren. Die meisten Ragi-Gruppen bestehen aus zwei Sängern, die ihren Gesang mit Harmonien begleiten und einem Tablaspieler. Professionelle Sänger, die in historischen Gurdwara singen, werden Hazuri Ragi genannt.
Sahibzade Die vier Söhne (Char Sahibzade) Guru Gobind Singhs. Ajit Singh (geboren 1687) und Jujhar Singh (geboren 1691) fielen in einer Verteidigungsschlacht im Jahre 1705. Zorawar Singh (geboren 1696) und Fateh Singh (geboren 1699) wurden zur selben Zeit in Gefangenschaft hingerichtet.
Sangat Sikh-Gemeinde.
Sant-Sipahi Die Verkörperung von spiritueller und weltlicher Verantwortung in einer Person.
Sarbatt Khalsa Repräsentative Versammlung der Khalsa-Gemeinschaft.
Sewa Wohltätiger Dienst.
Shabad Bezeichnet im Allgemeinen ein Wort und im religiösen Kontext ein Wort oder Vers aus der Gurbani.
Schahid Märtyrer-Titel. Er wird vor dem Namen eines Menschen, der für das Wohl der Gemeinschaft gestorben ist, angeführt.
Shiromani Gurdwara Parbandhak Committee (S.G.P.C.) 1920 gegründetes Komitee, das die historischen Gurdwara verwaltet. Das einflussreiche Komitee besteht aus 175 Mitgliedern. Es wird, zumindest formal, alle fünf Jahre neu gewählt werden.
Sikh Rahit Maryada 1945 von der S.G.P.C. veröffentlichter Verhaltenskodex für Sikhs. Dieser schreibt gemeinschaftliche Regeln und Verbote vor.
Singh Löwe, Nachname für männliche Sikhs.
Singh Sabha Sikh-Bewegung, die ab 1873 versuchte, gegen hinduistische und christliche Missionsbestrebungen vorzugehen und die Sikhs zu einer Rückkehr zu den Idealen ihrer Religion zu bewegen.
Waheguru Oft verwendete Alltagsbezeichnung für den Schöpfer. Im Guru Granth Sahib wird das Wort nicht verwendet. Dort werden dutzende unterschiedliche Namen für den Schöpfer benutzt, um dessen eiegentliche Unfassbarkeit und Namenlosigkeit zu betonen.
Weakheakar Interpret der Gurbani und Sikh-Geschichte.
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